Wald

Einleitung

Der Projektstart des Aufwertungsprojektes erfolgte im Dezember 2018 –Januar 2019 mit der Aufwertung des Waldrandes. Der Waldrand im Rietli weist ein hohes bis sehr hohes ökologisches Potenzial auf. Durch gezielte Auslichtungen wird dieses genutzt.

Der aufgewertete Waldrand ist buchtig ausgebildet, ausgewählte Baumarten wie Eichen und Nussbäume  sind freigestellt worden, die Strauchschicht dadurch gefördert. Die durchschnittliche Bearbeitungstiefe beträgt 25 m. Der bisher harte Übergang zwischen Wald und angrenzenden Landwirtschaftsflächen wir so stufig gestaltet und erhält neue Lebensraumqualitäten, insbesondere für die Vogelwelt.

70 Aren Wald und rund 110 m3 Holz, vor allem Eschen und Buchen, wurden entlang des Projektgebietes gezeichnet und geschlagen. Das Holz wurde aussortiert. Die schönen Stämme wurden auf der Holzgant angeboten, der Rest als Brennmaterial für Holzschnitzelheizungen verwertet. Das Totholz wurde zu Rotthaufen aufgeschichtet und die aufgewertete Waldlinie mit rund 100 einheimischen Heckensträuchern angereichert

„Breite, stufig aufgebaute Waldränder sind wertvolle Saumbiotope, die durch eine große Artenvielfalt gekennzeichnet und wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten sind. Ein ökologisch idealer Waldrand besteht aus einem Krautsaum, einem Strauchgürtel und einem Waldmantel aus niederwüchsigen Bäumen und Lichtbaumarten.“
Quelle www.waldwissen.net

Zeichnen der Bäume

Vorbereitend zeichnete der Revierförster Andreas Gerber zusammen mit Schülern der Scuola Vivante die zu fällenden Bäume. Sie wurden bestimmt, auf ihr Volumen ausgemessen und mit Farbe gekennzeichnet. Im Mathematikunterricht in der Schule dann vertieft, die Einführung der Kreiszahl Pi zur Berechnung der einzelnen Bäume und fürs Gesamtvolumen.

„Jährlich wachsen im Schweizer Wald ca. 10 Mio. m3 Holz nach. Davon wird ca. die Hälfte, also rund 5 Mio. m3, geerntet. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung liesse die Nutzung von zusätzlichen 2 bis 3 Mio. m3 zu. Der Schweizer Wald wird also momentan unternutzt. Somit wächst der potenzielle Holzvorrat in den Wäldern kontinuierlich an und die Bestände werden tendenziell älter. Ältere Waldbestände werden allerdings instabiler, will heissen anfälliger auf Schadereignisse wie z. B. Sturm oder Käferbefall.“
Quelle www.waldschweiz.ch

 „Der Schweizer Holzverbrauch liegt durchschnittlich pro Jahr bei rund 10,5 Mio. m3 (davon ist rund 5 Mio. m3 Importholz). Rund die Hälfte des Holzes wird für die energetische Nutzung verwendet; je ein Viertel entfällt auf Massivholzprodukte/Holzwerkstoffe und Papier/Karton.“
Quelle www.waldschweiz.ch

Fällen

Der Prozess des Fällens übernahm die Forstgemeinschaft GRABUS unter der Leitung des Revierförsters Andreas Gerber. 

GRABUS bewirtschaften 2‘810 ha Wald der Ortsgemeinden Grabs, Buchs und Sevelen. Davon sind 48% (1345 ha) Schutzwald, 21% (596 ha) erfüllen die Vorrangfunktion  Natur- und Landschaftsschutz gemäss Waldentwicklungsplan.

„Jedes Kilogramm Heizöl, welches wir durch Holz ersetzen, entlastet unsere Atmosphäre um mehr als 3 Kilogramm CO2.“
Quelle  bafu.admin.ch

Totholz

Die Aufräumarbeiten, das Säubern der Wiesen und die Erstellung von Rotthaufen übernahmen die SchülerInnen zusammen mit dem Lehrerteam.
Dem Totholz als wichtiger ökologischer Lebensraum wurde Beachtung geschenkt. Im Zuge dieser Auseinandersetzung entdeckten die Schüler die „Baueinleitung“ eines Wieselhotels. Deren drei finden sich nun auf dem Projektgebiet.
Entlang des aufgewerteten Waldrandes wurde das Totholz zu Rotthaufen aufgeschichtet.

„Totholz zählt zu den lebendigsten Lebensräumen unserer Natur.“ 
Quelle nabu.de

„Totholz trägt in erheblichem Maße zur biologischen Vielfalt unserer Wälder bei.  Es ist ein unersetzlicher Lebensraum für zahlreiche Insekten. So besiedeln etwa 1.700 oder rund ein Viertel der heimischen Käferarten absterbende oder tote Bäume einschließlich der darauf wachsenden Pilze. Viele der Spezialisten unter ihnen sind hochgradig vom Aussterben bedroht, da sie heute kaum mehr geeignete Lebensbedingungen vorfinden“
Quelle ‚Totholz-Broschüre‘ bundesforste.at (PDF)

Die Bepflanzung des Waldrandes

Die Strauchschicht bietet einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf, Nistmöglichkeit und Nahrungsquelle.

Im aufgewerteten Waldrand wurde dieser Streifen mit 100 Sträuchern aus 23 verschiedenen einheimische Arten angereichert.

Als Vorbereitung für die Bepflanzung schrieben die Schüler Namensetiketten welche sie an den Stützpfählen befestigten. Patrick Reck verteilte diese mit zwei Oberstufenschüler entlang des Projektgebietes.

Für die Bepflanzung des Waldrandes erhielten die SchülerInnen am Umwelttag vom 16.03.2019 tatkräftige Unterstützung von ihren Eltern und der Umweltschutzgruppe Sevelen.